Gemüsesäfte werden aus frischen Pflanzen- oder Pflanzenteilen durch schonendes (kaltes) Auspressen oder Entsaften gewonnen und wie Obstsäfte anschließend pasteurisiert. Frisch gepresste bzw. schonend haltbar gemachte Säfte enthalten noch alle wertvollen Inhaltsstoffe der Pflanzen. Als Ausgangsware eignet sich nur frisches und vollreifes Gemüse; unreifer Ware fehlt der arttypische Geschmack, während bei überreifer Ware bereits Abbauprozesse einsetzen.
Die wirtschaftlich größte Bedeutung haben heute Tomaten- und Karottensaft, daneben gibt es aber eine Vielzahl weiterer Säfte, die vor allem im Reform- und Naturkosthandel angeboten werden. Werden Kräuter (z.B. Brunnenkresse) oder Sprossen entsaftet, spricht man von Pflanzensaft.
Konventionell gehandelte Säfte unterliegen den Leitsätzen für Gemüsesäfte und -nektare. Die Liste der erlaubten Zutaten ist relativ kurz und enthält u.a. raffinierten Zucker, Wein-, Milch-, Zitronen- und Apfelsäure sowie Glutamat als Geschmacksverstärker. Konservierungsstoffe sind verboten.
Für alle Bio-Gemüsesäfte gilt als Mindestanforderung die EG-Bio-Richtlinie: Synthetisch hergestellte Spritz- und Düngemittel sind ausgeschlossen, ebenso gentechnisch modifizierte Enzyme oder bestrahlte Zutaten. An zulässigen Zusatzstoffen stehen Wasser, Salz sowie übliche Starterkulturen für die Milchsäuregärung auf der Liste, hinzukommen dürfen noch Agar-Agar, Johannisbrotkernmehl, Stärke, Zitronensäure und Ascorbinsäure (nur bei Möhren-, Sellerie- und Kartoffelsaft).
Für die Herstellung von Dicksäften, Gemüsemark oder Selleriesaft dürfen natürlich vorkommende Enzyme eingesetzt werden.
Schrot & Korn 2/ 2002: Gemüsesäfte - jede Menge Power
Schobinger (1987)
Sie werden als Heilmittel und als Nährstofflieferant während Fastenkuren verwendet, sie sind nicht als Durstlöscher gedacht.
Gemüse ist sehr kalorienarm: ein kleines Gläschen Tomatensaft (0,1 l) enthält nur 77 Kilojoule; die entsprechende Menge eines alkoholfreien Malzgetränkes liefert etwa dreimal so viel Kalorien. Bei den Kohlenhydraten sind Stärke und teilweise auch das für Diabetiker wichtige Insulin zu nennen. Zucker und Fett sind nur in geringer Menge vorhanden, der Eiweißgehalt ist - anders als im Obstsaft - relativ hoch und liegt in Form von unterschiedlichen Aminosäuren vor.
Je nach Art und Sorte enthalten Gemüse- und Pflanzensäfte unterschiedliche Mengen wichtiger Mineralstoffe und Vitamine: Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, Phosphor, Schwefel oder Silizium sowie vor allem Vitamine der B-Gruppe und Vitamin C. Darüberhinaus finden sich in Gemüsesäften reichlich sekundäre Pflanzenstoffe, denen ein breites Wirkungsspektrum zugeschrieben wird. Schon 0,2 Liter Gemüsesaft ersetzen eine Gemüsemenge von 400 g, wie sie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für den täglichen Verzehr empfohlen wird.
Das volle Aroma entfalten Gemüsesäfte im Übrigen bei Zimmertemperatur. Sie sollten daher rechtzeitig aus dem Kühlschrank genommen werden.
Außer Wasser zum Rückverdünnen werden Zucker, Kräuter und ?essenzen, Geschmacksverstärker, Speisesalz, Essig und Ascorbinsäure zugesetzt.
Dabei handelt es sich um mit Wasser verdünnte Gemüsesäfte, welche die gleichen Zutaten wie diese und außerdem flüssige Zuckerarten enthalten dürfen. Der Mindestgehalt an Gemüsesaft ist auf 40 % festgesetzt, eine Ausnahme gilt nur für Rhabarber, wo der Mindestsaftgehalt bei 25 % liegt (Rhabarber wird - wiewohl als Obst verwendet - offiziell als Gemüse geführt).
Mischungen verschiedener Nektare werden als Cocktails bezeichnet.
Gemüsetrunke sollten eher als Zwischenmahlzeit denn als Getränk gesehen werden. Zu beachten ist der manchmal recht hohe Gehalt an Kochsalz; häufig werden 0,25 bis 1 % zur Geschmacksverbesserung zugesetzt. Es werden aber auch kochsalzarme (natriumarme) Gemüsetrunke angeboten, die wie natriumarme Gemüsesäfte der Diätverordnung unterliegen und nicht mehr als 120 mg Natrium pro 100 g enthalten dürfen (dies entspricht etwa 300 mg Kochsalz).







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